Klopftechnik – Was ist das?

Von Ilga Pohlmann

Kurze Zusammenfassung:

Definition der Klopftechnik: Die Klopftechnik, auch bekannt als EFT (Emotional Freedom Techniques), ist eine (Selbsthilfe)Methode zur Unterstützung und emotionalen Stabilisierung bei akutem und chronischem Stress sowie emotionalen Belastungen.  Dabei klopft man mit den Fingern auf bestimmte Akupressurpunkte, während man gedanklich mit den belastenden Gedanken oder Gefühlen sanft in Kontakt geht. Viele Anwender/innen berichten, dass sie dadurch zu mehr innerer Ruhe finden.

Ursprung: Die Technik wurde in den späten 1980er Jahren von Roger J. Callahan entwickelt, der entdeckte, dass das Beklopfen von Akupressurpunkten auf dem Meridiansystem nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Energieblockaden lösen kann. Gary Craig vereinfachte diese Methode und machte sie als EFT weltweit bekannt

Anwendungsbereiche der Klopftechnik sind sowohl psychische als auch körperliche Themen. Viele Anwender/innen nutzen sie begleitend bei Sorgen oder Ängsten oder belastenden Gefühlen oder Mustern wie Emotionalem Essen. Bei körperlichen Beschwerden berichten manche, dass sich ihre Einstellung zum Schmerz verändert oder sich körperlicher Schmerz lindert – die Klopftechnik ersetzt jedoch keine ärztliche Behandlung.

Wirkungsweise: Viele Anwender/innen berichten, dass das Klopfen zur Beruhigung des Nervensystems beitragen kann, wodurch stressige Situationen entspannter wahrgenommen werden. Belastende Erinnerungen können dadurch mit etwas mehr Abstand betrachtet werden und an emotionalem Gewicht verlieren.

Anwendungstechnik: Die Technik umfasst das Klopfen auf spezifische Punkte am Körper, während man die stressauslösenden Gedanken oder Gefühle empfindet. Erfahrungsgemäß beobachtet man dabei, dass sich emotionale Erinnerungen von belastenden Gefühlen trennen können. Die genauen Wirkmechanismen sind noch Gegenstand der Forschung.

Wissenschaftlichkeit: In den letzten Jahren ist die Emotional Freedom Techniques vermehrt Gegenstand von Studien und Analysen in der Wissenschaft geworden, die die Wirkung des Klopfens wissenschaftlich belegen.

Erfahrungen mit dem Klopfen: Anwender der Klopftechnik berichten von nachhaltiger positiver Veränderung bei emotionalen und körperlichen Schmerzen. 

Es gibt verschiedene Entwicklungen der Klopftechnik und sie lässt sich gut mit anderen Methoden kombinieren (z.B. mit Meditation oder Aufstellungsarbeit).

Kritiker der Klopftechnik sehen sie als Esoterik an. 

Vielen wird die Klopftechnik schon einmal unter dem Kürzel EFT (Emotional Freedom Techniques) begegnet sein. Sie ist eine (Selbsthilfe)Methode, mit der viele Menschen emotionale Anspannungen bearbeiten und loslassen können. Viele Anwender/innen berichten, dass sie dadurch besser in Kontakt mit ihren eigenen Gefühlen kommen.

Dabei ist die Technik ganz praktisch, denn man braucht nur seinen Zeige- oder Mittelfinger, den man immer dabei hat, seinen aktuellen Gemütszustand und etwas Ruhe. 

Mit der Klopftechnik kann man sowohl akutes Unwohlsein oder akuten Stress für den Moment lindern, als auch chronische Stressoren betrachten. Viele Anwender/innen berichten, dass sich akuter und chronischer Stress unter Anwendung der Klopftechnik mildern lässt. In der begleiteten Arbeit wird die Klopftechnik häufig genutzt, um emotionale Muster hinter alltäglichen Verhaltensmustern und Suchtverhalten zu bearbeiten. Bei leichteren emotionalen Prägungen aus der Vergangenheit kann sie begleitend unterstützen. Bei diagnostizierten Traumafolgestörungen oder psychischen Erkrankungen empfehle ich, die Klopftechnik nur in Begleitung entsprechend qualifizierter Fachpersonen einzusetzen – sie ersetzt keine professionelle therapeutische Behandlung.

Generell wissen wir, dass das Klopfen den Körper und das ganze System von dem gestressten in den entspannten Zustand führt. Die Aktivierung des Sympathikus wird herunterreguliert und der Einfluss des Parasympathikus wird erhöht. Dadurch kann der Mensch wieder ins emotionale Gleichgewicht kommen. Diese emotionale Balance ermöglicht eine neue Sicht auf das vorherige Problem, das nach dem Klopfen im Idealfall nicht mehr als solches wahrgenommen wird.

Die Emotional Freedom Techniques (kurz: EFT), Tapping oder auch Klopftechnik genannt, ist eine Methode der Emotionsregulierung, die Akupressur mit Elementen aus der kognitiven und der Expositionstherapie kombiniert. 


Wann ist sie entstanden? – Die Geschichte der Klopftechnik

Ihren Ursprung hat die Klopftechnik bei dem Psychotherapeuten Roger J. Callahan. In den späten 1980er Jahren machte er die Entdeckung, dass durch das Beklopfen von Akupressurpunkten auf dem Meridiansystem nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Energieblockaden gelöst werden können. 

Als er das Klopfen aus einer zufälligen Idee heraus zum ersten Mal bei einer Patientin anwendete, konnte er damit ihre ausgeprägte Angst vor Wasser innerhalb von einer Sitzung plötzlich lösen.

Diesem Heilungserfolg ging er nach und testete das Klopfen auf den Meridianbahnen sehr erfolgreich bei weiteren Patienten aus. Daraus entwickelte er seine Methode TFT (Thought Field Therapy, „Gedanken-Feld-Therapie“), in die er auch andere Methoden wie das kinesiologische Testverfahren einfließen ließ. 

Heute gibt es vielzählige Weiterentwicklungen dieser Methode. Die am weitesten verbreitete Methode ist die Emotional Freedom Technique (EFT), die auf Gary Craig zurückzuführen ist. 

Gary Craig ist ein US-amerikanischer Ingenieur mit einem großen Interesse an psychologischen Themen. Insbesondere beschäftigte ihn damals die Frage, wie man das große Leid von Vietnam-Veteranen mit weiteren Hilfen als ausschließlich die der Psychologie und der Psychiatrie lindern könnte. Auf seiner Suche stieß er auf die von Roger J. Callahan entwickelte TFT. Er ließ sich von Callahan ausbilden, vereinfachte Callahans Methode und entwickelte die Emotional Freedom Technique (EFT). 

Als EFT ging die Methode um die Welt und hat viele Menschen begeistert. Es gibt mittlerweile viele Weiterentwicklungen und sie ist auch unter Tapping, Klopftechnik, Klopfmethode, Klopftechnik oder auch einfach Klopfen bekannt. 

Wobei hilft Klopfen? – Anwendungsbereiche der Klopftechnik 

Viele Menschen nutzen die Klopftechnik begleitend bei emotionalen Themen wie Ängsten, Stress oder belastenden Mustern. Auch bei körperlichen Beschwerden setzen manche sie ergänzend ein – sie ersetzt dabei keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Klopfen bei psychischen und emotionalen Überforderungen 

Die grundlegende Wirkung beim Klopfen ist, dass der Körper vom Stressmodus in die Entspannung und Ruhe wechseln kann. Dadurch beruhigt sich das Nervensystem und Situationen, die vor dem Klopfen als Stressor empfunden wurden, können wieder aus einer entspannten Haltung heraus wahrgenommen werden und verlieren somit an Bedrohung. 

Mit der Klopftechnik ist es daher auch möglich, einen entspannteren Umgang mit aktuell überfordernden Situationen zu finden. Die Klopftechnik kann unterstützen, dass der Mensch sich wieder emotional stabilisiert. 

Das Klopfen ist eine Form, mit Gefühlen umgehen zu können, damit man von den Gefühlen nicht überwältigt wird. Viele berichten, dass sie durch das Klopfen Kompensationsstrategien wie Essen, Rauchen, Fernsehen, etc. weniger nutzen. 

Auch bei bereits bestehenden Belastungen aus der Vergangenheit kann das Klopfen begleitend unterstützen. Bei diagnostizierten Traumafolgestörungen ersetzt es jedoch keine therapeutische Behandlung und sollte nur in Begleitung entsprechend qualifizierter Fachpersonen eingesetzt werden.

Hier ein Auszug an Belastungen, bei denen die Klopftechnik unterstützend zum Einsatz kommen kann: 

  • Sorgen oder Angst/Ängste wie Höhen- oder Flugangst
  • Kummer und Sorgen (Liebeskummer, …)
  • Unsicherheit, geringes Selbstwertgefühl
  • innere Unruhe, Nervosität
  • Stress (Bürostress, auf der Arbeit, …)
  • Wut, Ärger
  • Traurigkeit
  • Einsamkeit
  • Belastungen (beim Sex/in der Sexualität, in Beziehungen, in der Familie)
  • Schlafprobleme (Klopfen zum Einschlafen)
  • Wunsch nach mehr Entspannung und Gelassenheit
  • und vieles mehr. 

Du kannst die Technik in vielen Lebensbereichen nutzen, um dich unterstützend zu stabilisieren und in die Entspannung zu bringen. 

Ich sehe es so: Es ist möglich, dass wir in unserem Leben ein großes Maß an Entspannung und Gelassenheit fühlen. Leider besteht der Alltag aus vielen Stressoren, die für emotionale Aufregung sorgen können. Dazu kommen Themen, die vielleicht in der Kindheit eine Rolle spielten und die heute immer noch auf uns wirken (z.B. schlechte Erfahrungen in der Schule, Eltern, die wenig Zeit hatten oder gestresst waren, …) Das Klopfen kann dabei unterstützen, größere emotionale Stabilität zu erfahren, sodass belastende Themen an Stärke verlieren.

Klopfen bei übermäßigem Verlangen nach etwas (z.B. bei Emotionalem Essen)

Mit der Klopftechnik lässt sich begleitend an emotionalen Mustern arbeiten, die hinter suchtähnlichem Verhalten (z.B.  übermäßiger Zuckerkonsum oder Emotionalem Essen) stecken können. Viele Nutzerinnen berichten, dass sich durch die Arbeit an den Mustern hinter dem schädigenden Verhalten das Verhalten nach und nach verändert. Individuelle Ergebnisse können variieren.

In diesem Bereich habe ich mich als Klopftechnik-Coach spezialisiert. Ich arbeite vor allen Dingen mit Menschen, die übermäßig viel Zucker essen, oder mit ihrem Essverhalten nicht zufrieden sind und fühlen, dass sie oft auch aus emotionalen Gründen essen. (Emotionales Essen wird auch oft in Kombination mit Binge Eating, Heißhunger, oder Essanfällen, beobachtet, das teilweise auch therapeutischer Hilfe bedarf).

In meinen Augen kommt es nicht so sehr darauf an, zu welchem Mittel ein Mensch greift, um sich besser zu fühlen. (Lies hier mehr dazu, was Emotionales Essen ist, zu Emotionalem Essen und Klopftechnik und wie du Emotionales Essen stoppen kannst.) Egal ob jemand Essen, Zucker, Zigaretten oder Arbeit nutzt, es geht darum, sich mit Hilfe des gewählten Mittels von einem Unbehagen oder Schmerz abzulenken, kurzfristig an etwas anderes denken zu können und etwas Ruhe zu verspüren. Daran ist erst einmal nichts falsch oder zu verurteilen, aber es kann so zu einer unangenehmen Dysbalance kommen, bei der man sich wieder zurück ins Gleichgewicht wünscht. (Hier findest du mehr Infos zu dem Schmerz hinter dem emotionalen Essverhalten und den Ursachen von Emotionalem Essen. Und neben dem Klopfen empfehle ich dir noch diese Übungen bei Emotionalem Essen.)

Das Klopfen bietet eine gute Möglichkeit, wenn jemand aus der Balance gekommen ist und eine Tätigkeit übermäßig ausübt oder den Konsum einer Substanz übertreibt und sich dabei vielleicht bereits schädigt (z.B. zu viel Kaffee, Arbeit, Sport, etc.)

Denn das Klopfen schafft einen Rahmen, um sich bewusst den unangenehmen Gefühlen zuzuwenden anstatt sie zu überdecken. Dabei gehen wir beim Klopfen auf eine sanfte und stabilisierende Art und Weise vor. Das belastende Thema hinter dem übermäßigem Konsum oder dem schädigenden Verhalten wird aus der Ferne betrachtet. Wir aktivieren dabei ungeahnte Ressourcen im Hier und Jetzt. Auf diese Art und Weise erleben viele Anwender mehr innere Ruhe und Gelassenheit, was oft möglich macht, das vormals schädigende Verhalten zu reduzieren.

Im Bereich des Emotionalen Essens nimmt das übermäßige Essen oft ab. Stressesser beispielsweise finden andere Möglichkeiten, mit Stress umzugehen als zu essen. 

Klopfen mit Glaubenssätzen

Die Klopftechnik kann man auch nutzen, um Glaubenssätze zu erkennen und sie zu lösen.  

Klopfen sorgt für Klarheit und hilft dabei, die eigene Wahrheit herauszufinden. Ungesunde und erlernte Glaubenssätze werden mit der Arbeit erkennbar und können schnell aufgelöst werden. Die Teilnehmer in meinem Endlich frei essen!-Programm sind immer wieder erstaunt, wie einfach man durch das Klopfen Glaubenssätze identifizieren und lösen kann. 

Klopfen und Hochsensibilität

Hochsensibilität ist ein Thema, mit dem ich oft zu tun habe. Das Klopfen kann helfen, besser mit der eigenen Hochsensibilität umgehen zu lernen. Oft spielt dabei eine Rolle, innere und äußere Reize besser managen zu lernen und somit gut mit sich und seinem Körper verbunden bleiben zu können. Wenn hochsensible Emotionale Esser einen besseren Umgang mit ihrer Hochsensibilität gelernt haben, nimmt meist ganz automatisch der Essensdrang ab. Denn das Essen muss dann nicht mehr für Kontakt mit dem Körper und für Erdung sorgen. Lies weiter zu Hochsensibilität und Emotionalem Essen.

Klopftechnik zum Abnehmen

Auf diesen Punkt möchte ich auch etwas eingehen, weil das Thema Abnehmen für viele meiner Klienten eine große Rolle spielt und ein erwünschtes Ergebnis darstellt. Emotionale Esser und Zucker"liebhaber" haben einfach oft mit dem Gewicht zu tun. Und auch hier kann die Klopftechnik unterstützend wirken. 

In meinen Augen ist es so, dass es viele gute Gründe für das zusätzliche Gewicht gibt. Das können körperliche Ursachen sein (Hormondysbalancen, ungünstige Ernährung, etc.), aber ich sehe häufig, dass auch emotionale Themen eine große Rolle spielen. Manchen fällt es schwer, sich abzugrenzen, und nehmen deshalb nicht ab (Guck dafür mal hier: Klopf-Workshop “Grenzen setzen"). Andere fühlen sich (unbewusst) nur mit ein paar Kilos mehr sicher in ihrem Körper. Es kann auch sein, dass Selbstsabotage darein spielt.

All diese emotionalen Gründe können mit dem Klopfen betrachtet werden, indem man schaut, was dahinter liegt. Im Endlich frei essen!-Programm gibt es dafür spezielle Klopftechniken. 


Die Klopftechnik lässt sich gut intuitiv nutzen. Sie arbeitet nicht nur auf der kognitiven Ebene, sondern bezieht die Emotionen eines Menschen mit ein. Meiner Ansicht nach funktioniert sie aus diesem Grund für viele Menschen gut. Oft reicht es nicht, etwas nur mit dem Kopf zu verstehen. Es ist wichtig, die neue Erkenntnis mit dem ganzen Körper zu erfassen und zu fühlen. Dann ist im ganzen System etwas verändert worden. Das macht das Klopfen möglich.

Außerdem ist die Klopftechnik vielseitig anwendbar. Man kann sie für jedes emotionale Problem nutzen. Ob du für finanziellen Erfolg, für dein Selbstbewusstsein oder dafür, den Ex-Freund zu vergessen, klopfen willst, das ist alles möglich! Ich sehe es so: Es geht darum, dich innerlich gut zu stabilisieren und dich auf das, was du möchtest, auszurichten. 

Klopfen bei körperlichen Schmerzen/Themen

Unsere Psyche und Seele stehen in enger Verbindung mit unserem Körper. Es gibt die Auffassung, dass jedes körperliche Problem der Ausdruck einer emotionalen Blockade ist. So gesehen, und das ist auch meine Erfahrung, ist Klopfen auch bei körperlichen Themen eine hilfreiche Methode. 

Das Klopfen kann bei vielen Formen von körperlichen Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen etc. ) angewandt werden. 

Einerseits kann man in Kontakt damit treten, welches emotionale Problem der körperliche Schmerz ausdrückt, und andererseits kann man seine Einstellung zu dem körperlichen Problem ändern, so dass dadurch oft die Intensität des Schmerzes abnehmen und ein besserer Umgang mit einer körperlichen Einschränkung gefunden werden kann. 

Beim Klopfen kann man an körperlichen Themen wie Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Tinnitus, Allergien, etc. arbeiten. Es ist möglich, dass das System/das Unterbewusstsein Informationen gibt, welche Themen mit der Krankheit in Verbindung stehen könnten und wie die Symptome der Krankheit gemildert werden könnten.  

Klopfen kann auch helfen, das Immunsystem zu stärken, indem man gezielt an diesem Thema arbeitet oder/und die Thymusdrüse klopft. 


Klopfen ist eine sanfte innere Arbeit mit uns und an uns selbst. Wir kehren uns nach innen und arbeiten mit den verschiedenen Anteilen in uns, um mehr Ausgeglichenheit, Gelassenheit und mehr inneren Frieden zu ermöglichen. 

Das Klopfen ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei ernsthaften körperlichen Erkrankungen wende dich bitte an einen Arzt oder Heilpraktiker.

Wie funktioniert die Klopftechnik?

Bei der Anwendung der Klopftechnik klopfen wir mit den Fingern auf ganz bestimmte Akupressurpunkte an unserem Kopf und auf unserem Oberkörper. Diese Akupressurpunkte liegen auf den Meridianbahnen, wie die Traditionelle Chinesische Medizin sie beschreibt. 

Es gibt viele verschiedene Klopfpunkte, aber mittlerweile reduziert sich das Klopfen oft auf neun oder zehn Punkte auf den Meridianen. 

Der Startpunkt ist an der Handkante. Anschließend werden fünf Punkte im Gesicht geklopft (neben der Augenbraue, unter dem Auge, unter der Nase, unter dem Mund (in der Kinnfalte)), einer am Schlüsselbein/auf der Brust, einer unter dem Arm und einer auf dem Kopf (Scheitelpunkt).

Klopftechnik Klopfpunkte Oberkörper Hand

Während man in Gedanken und in den Gefühlen mit der stressauslösenden Situation Kontakt aufnimmt, klopft man die Punkte in der Reihenfolge, die du auf dem Bild siehst. Man beschreibt das stressige Gefühl und die dazugehörigen Körperempfindungen und klopft währenddessen die Punkte. 

Es gibt Hinweise darauf, dass das Klopfen das Nervensystem beruhigen und die emotionale Reaktion auf belastende Themen und Erinnerungen verändern kann. Die genauen Mechanismen sind noch Gegenstand der Forschung.

Stress wirkt üblicherweise so, dass er gleich mit der Amygdala in Verbindung geht und dort den freeze-, fight-or-flight-Modus auslöst, also den Erstarrungs-, Kampf- oder Fluchtmodus. Damit wird die Person in starke emotionale und körperliche Reaktionen versetzt und oft unfähig mit klarem Verstand zu reagieren.

Wenn man in diesem Stress ist und anfängt zu klopfen, wird offensichtlich die Verbindung zur Amygdala getrennt. Nach dem Klopfen kann man dann die Erinnerung an die stressige Situation wie einen Film beobachten, ohne dass die Gefühle angeworfen werden, ohne dass man getriggert wird oder in Panik verfällt.

Das ist die einfachste Erklärungsvariante dazu, wie das Klopfen funktioniert. So viel weiß man darüber noch nicht. Es gibt nicht so sehr viele Studien zu dieser Arbeit. 

In meinen Augen ist das auch gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist meines Erachtens, das Klopfen auszuprobieren und dann am eigenen Körper zu spüren, ob es individuell hilfreich ist.  

Klopfen – ganz praktisch

Wichtig zu wissen ist, dass du beim Klopfen nichts falsch machen kannst. Du kannst nichts Schlimmes in dich hineinprogrammieren. Wenn du beim Klopfen Sätze aussprichst, die nicht deiner Wahrheit entsprechen, passiert nichts. 

Versuche die Reihenfolge der Punkte, so gut es geht, einzuhalten. Vielleicht prägst du sie dir erstmal ein bisschen ein, bevor du deinen ersten Klopfversuch startest. Aber wenn du mal einen Punkt vergisst oder auch mal mit der Reihenfolge durcheinander kommst, ist das nicht schlimm. Es funktioniert trotzdem. Klopfen ist eine sehr verzeihliche Methode. 

Du kannst mit beiden Händen gleichzeitig klopfen oder die Hände abwechseln. Du kannst auf der linken oder rechten Körperhälfte klopfen oder zwischendurch wechseln. Es reicht, wenn du drei bis fünf Mal ganz sanft auf die Punkte klopft. Du kannst sie auch nur sanft berühren oder leicht drücken (Klopfakupressur).

Extra-Tipp: Fingerpunkte

Es gibt auch unauffällige Klopfpunkte für unterwegs. Sie liegen an unseren Fingerspitzen. Ich nutze diese (Es gibt aber auch noch weitere, die zum Beispiel auf der Handfläche oder unter der Brust  sind.):

Klopftechnik Fingerpunkte

Es kann nützlich sein, sich diese einzuprägen, weil du damit deine Emotionen regulieren kannst und dir etwas Entspannung besorgen kannst, wenn du gerade nicht allein bist. Du kannst auf dem Zahnarztstuhl oder bei einem Meeting auf der Arbeit die Fingerpunkte sanft unter der Tischplatte drücken. 

Ich mache es so, dass ich mit dem Daumen und Zeigefinger die Fingerspitzen der anderen Hand von beiden Seiten leicht drücke. Das vereinfacht das Klopfen an den Fingerspitzen. 

Wie oft und wie lange muss ich klopfen? 

Klopfen, so wie ich es anwende, ist nicht als regelmäßige Übung gedacht. Mir geht es darum, dass eine Klopfsession ein Problem ganzheitlich betrachtet, sodass es im Bestfall danach nicht wieder auftritt. 

Beispiel:

Wenn du Höhenangst hast, geht es nicht darum, dass du in der Höhe immer klopfen musst, sondern dass du einmal diese Angst bearbeitest und du danach eine deutliche Linderung verspürst. 

Du kannst Klopfen für alle Probleme in deinem Leben anwenden. Die Häufigkeit, mit der du klopfst, hängt also davon ab, wie oft du getriggert und emotional herausgefordert bist, und auch einfach, wie oft du dich einem Problem widmen möchtest.

Wie lange eine Klopfsitzung dauert, ist ganz individuell. Manchmal dauert sie 10 Minuten, manchmal ist das Thema komplexer und so auch die Dauer der Sitzung länger. 

Was ist das Ergebnis des Klopfens?

Die gewünschte Wirkung des Klopfens ist, dass eine belastende Erinnerung oder ein emotionales Muster an Intensität verliert. Viele berichten von einem Gefühl der Erleichterung danach. Individuelle Ergebnisse können variieren.

Ganz konkret: Während einer Klopfsitzung merkt man, dass eine stressige Situation an Intensität verloren hat, wenn Entspannung eintritt. Meist fühlt es sich im Körper dann hell und entspannt an.

Mit diesem neuen entspannteren Zustand betrachten wir dann nochmal die Ausgangssituation. Es kann sein, dass diese keine Belastung mehr darstellt oder aber, dass sich neue belastende Aspekte zeigen, die dann spezifisch “geklopft” werden können. 

In einem konkreten Beispiel kann man sich das so vorstellen: 

Beispielsituation:

Du streitest dich immer wieder mit deinem Partner. Immer wieder hängt ihr in denselben Streitmustern fest. Anstatt, dass du deinem Partner Vorwürfe und Schuldzuweisungen machst, setzt du dich hin, klopfst und widmest dich deinen Gefühlen. Wenn du die Gefühle besänftigen kannst, die der Streit mit deinem Partner auslöst, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du in Zukunft anders auf denselben Trigger reagierst. Vielleicht bemerkst du gar nicht mehr, dass dein Partner etwas Bestimmtes gesagt oder getan hat, das dich vorher sehr gereizt hat. Du bleibst einfach im Frieden und kannst aus diesem Frieden heraus handeln, weil du das Verhalten deines Partners nicht mehr persönlich nimmst.

Ein weiteres Beispiel zum Emotionalen Essen:

Ein typisches Szenario bei Emotionalen Essern ist, abends auf der Couch zu essen. Wenn du mit dem Klopfen den Grund/die Gründe für das abendliche Essen auf dem Sofa verstehst, dann wird der abendliche Essensdrang wegfallen und du brauchst nichts mehr essen. Dir kommt vielleicht gar nicht mehr die Idee, dass du noch etwas essen könntest. Einfach, weil du keinen Hunger hast und es kein emotionales Problem mehr gibt, das gestillt werden möchte.

Ein anderes Ergebnis des Klopfens ist, dass das Problem vergessen wird. Im Einzelcoaching erlebe ich immer wieder, dass meine Klienten das Problem, mit dem sie in die Sitzung gekommen sind, am Ende vergessen haben. Obwohl sie zu Beginn der Sitzung so eine große Not gespürt haben, ist das Problem nachher gelöscht. Sie können sich dann nicht mehr an den vorherigen Stress erinnern. 

Konkrete Auswirkungen im Leben von Emotionalen Essern sind dann zum Beispiel, dass der Essensdrang stark abnimmt oder dass sie sich plötzlich an eine Ernährungsform halten können, woran sie vorher immer wieder gescheitert sind. Das ist oft das Ergebnis einer erfolgreichen Sitzung zum Thema Selbstsabotage. 

Klopftechnik Stress

Körperliche und emotionale Reaktionen auf das Klopfen

Wenn, dann gibt es beim Klopfen nur geringe Nebenwirkungen. Es kann sein, dass dein Körper reagiert. Vielleicht musst du gähnen oder wirst müde. Oder vielleicht musst du aufstoßen. Es kommt auch vor, dass man sich körperlich sehr erschöpft und etwas durcheinander, aber sehr erleichtert fühlt. Ganz selten kommt es auch mal zu etwas Übelkeit, besonders, wenn es vorher um unterdrückte Wut ging. Das sind ganz natürliche Reaktionen des Körpers und zeigt, dass sich etwas tut. Meist ist nach 15 Minuten Schlaf wieder alles in Ordnung.

Beim Klopfen kommen oft Gefühle hoch. Vielleicht wirst du plötzlich traurig, spürst Wut oder ein anderes Gefühl. Und genau darum geht es! Das Klopfen bringt uns wieder in Verbindung mit aufgestauten Emotionen, damit wir sie fühlen können und sie wieder in den Fluss kommen. Also, mach dir keine Sorgen, sondern fühle die Gefühle und sprich aus, was dich bewegt. Klopfe dabei die ganze Zeit durch die Punkte. Mach dies so lange, bis du Erleichterung fühlst. 

Wenn du dir unsicher bist, dann lasse dich bei deinen ersten Klopferfahrungen professionell begleiten. Wenn du alleine klopfst und die Gefühle sich für dich zu intensiv anfühlen, kannst du zum Beispiel folgende Stabilisierungsmaßnahmen nutzen: aus dem Fenster schauen, deinen Körper bewegen, Hände waschen, etwas zählen (z.B. Fenster in deiner Wohnung) etc. Sinnvoll ist, dass du nach Möglichkeit an etwas Anderes denkst, aber weiter klopfst, denn die Stimulation der Akupressurpunkte sorgt an sich schon für Entspannung. Erfahrungsgemäß zeigen sich Gefühle nur in dem Rahmen, in dem der Anwender sie gut halten kann. 

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Studienlage zur Klopftechnik ist noch nicht so breit, aber in den letzten Jahren ist die Emotional Freedom Techniques vermehrt Gegenstand von Studien und Analysen in der Wissenschaft geworden, die die Wirkung des Klopfens wissenschaftlich belegen. Zur Wirksamkeit und Anwendung von EFT/der Klopftechnik kannst du hier mehr lesen. 

Erfahrungen mit der Klopftechnik

Hier kannst du ein paar Erfahrungsberichte meiner Klienten aus dem Einzelcoaching oder aus dem Endlich frei essen!-Programm ansehen oder lesen. 

Wir sprechen besonders über das Emotionale Essen und auch über starke Bindungen an Zucker, weil das die Gründe sind, aus denen die Menschen zu mir kommen. Aber du wirst sehen, dass das Klopfen weitaus mehr Wirkung im Leben zeigen kann. Das Emotionale Essen oder die Zuckersucht ist sowieso immer nur ein Symptom. In Wahrheit geht es um ein Thema, das darunter liegt. Aber sieh besser selbst!

Momi von Fintel berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Klopfen, von der Arbeit mit inneren Anteilen und dass er sich zu Beginn gesorgt hat, dass er mit dem Klopfen etwas Schlechtes in sich hineinklopfen könnte. (Aber keine Sorge! Das geht nicht! Wir sprechen dazu ausführlicher im Video.) Momi beschreibt das Klopfen als "Gamechanger".*


Corinna erzählt von ihrer anfänglichen Skepsis gegenüber dem Klopfen, bis sie am eigenen Körper gespürt hat, dass es funktioniert und ganz viel mit ihr macht. Sie beschreibt, wie tief das Klopfen geht und bei Problemen und schweren Erlebnissen helfen kann.* So erlebe ich es auch!


“Das Klopfen, die Teilnahme am Programm und die Zusammenarbeit mit Ilga haben mich auf meine Reise zu mir selbst geführt. Allein dieser Aspekt macht mich schon sehr glücklich. Ich schaffe es, Situationen aus der Vergangenheit zu heilen und es bringt eine wunderschöne Verwandlung meiner Beziehungen im Hier und Jetzt und eine Änderung meines Essverhaltens. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Ilga “gefunden” haben und die Klopf-Technik erlernen konnte!”*

Klientin im Einzelcoaching und Teilnehmerin im Endlich frei essen!-Programm

Hier findest du noch mehr Erfahrungen mit dem Klopfen meiner Programmteilnehmer und Klienten.


* Erfahrungsberichte von Klienten sind individuelle Ergebnisse und können erheblich variieren. Die Klopftechnik ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.


-> Klopfen bei Kindern, Babys und Jugendlichen

Es ist auch möglich, mit Kindern zu klopfen. Die Wirkung ist bei ihnen oft noch direkter und schneller. Wenn Kinder sich gerade in einer belastenden Situation befinden, hilft das Klopfen ihnen, die Gefühle einfacher zu verarbeiten und schneller gehen zu lassen. Auf diese Art und Weise erfahren sie direkt in der belastenden Situation emotionale Begleitung und bleiben häufig ohne belastende Erinnerung an die Situation. 

Die Kinder bekommen mit dem Klopfen ein wirksames Werkzeug an die Hand, mit dem sie sich selbst helfen können und ihre Gefühle regulieren können. Sie können es dann in stressigen Situationen direkt einsetzen, z.B. bei Aufregung vor Klassenarbeiten, und brauchen nicht auf andere Hilfsmittel wie z.B. Emotionales Essen zurückgreifen. (Lies hier mehr zu Emotionalem Essen und Kindern.)


Hast du Lust, die Klopftechnik zu lernen?

-> Online-Programme

Klopftechnik Kurs

Du kannst die Klopftechnik in meinem Endlich frei essen!-Programm kennenlernen.

In diesem Programm geht es darum, den dringenden Wunsch nach Essen ohne akuten Hunger zu stillen. Wenn du nicht direkt vom Emotionalen Essen betroffen bist, kannst du dennoch teilnehmen und profitieren. Die Techniken aus dem Programm lassen sich auf jedes Problem im Leben anwenden. Du wendest im Programm also die Klopftechnik, die du anschließend ein Leben lang nutzen kannst.

Außerdem gibt es mit dem Herz statt Bauch füttern!-Programm eine weitere Möglichkeit mit fertigen Skripten gemeinsam zu klopfen. Klassisches EFT also.

In diesem Programm bearbeiten wir mit der Klopftechnik viele verschiedene Glaubenssätze, die hinter dem Emotionalen Essen stecken und es auslösen. Ziel ist, dass das Essen von den Gefühlen entkoppelt wird, dass Ursachen hinter dem Emotionalen Essen gemildert werden und so das Essen wieder zu dem werden kann, was es eigentlich ist: einfach nur Essen.

Welche verschiedenen Klopfmethoden gibt es?

Ich habe die Methode bei Brittany Watkins und Gary Craig gelernt. Cary Graig ist der Begründer von EFT und Brittany Watkins hat Klopftechniken speziell für Gewichtsverlust entwickelt. 

Ich arbeite mit der Klopftechnik hauptsächlich in der Verbindung mit der Anteile-Arbeit und mit dem Schwerpunkt Emotionales Essen. 

Es gibt noch viele andere Weiterentwicklungen der Klopftechnik wie z.B. die Klopftechniken MET und PEP aus der Energetischen Psychologie, KAP, EMT und nach anderen Personen wie Franke, Bohne, Gallo, Church, Preetz, Graves, Bruns, Becker und Marx.

Klopfen in Kombination mit anderen Methoden

Klopfen kann man gut mit anderen Methoden kombinieren. Meditation, Selbstbegegnung/Anliegenaufstellung oder Hypnose eignen sich gut dafür. Ich selbst integriere auch immer wieder einzelne Elemente, die ich in der Aufstellungsarbeit gelernt habe, oder beispielsweise die vier Fragen von Byron Katie. 

Mein Motto ist diesbezüglich: Alles, was hilft, ist hilfreich.

Damit du dich nicht wunderst: Beim Qigong, Shiatsu, in der Kinesiologie und in der Medizin gibt es ebenfalls Klopftechniken. Das sind aber andere Techniken, wie zum Beispiel das Abklopfen des gesamten Körpers im Qigong. 

In der Medizin gibt es zum Beispiel eine Klopftechnik, die einen Reiz auf die Blase ausüben soll, damit die Entleerung der Blase leichter fällt. Klopftechniken/massagen können auch helfen, festsitzenden Schleim bei Husten, Bronchitis  oder COPD zu lockern und zu lösen, damit das Abhusten leichter fällt. Bei Sinusitis findet das Klopfen scheinbar auch Anwendung. 

In der Körperpflege wird auch geklopft und massiert: gegen Tränensäcke, Augenringe oder Falten 🙂

Du siehst schon, da sprechen wir von einer anderen Art von Klopftechnik als der, die wir hier im Artikel betrachtet haben. 

Kritik an der Klopftechnik

Wie alles, das neu ist und zu schön, um wahr zu sein, (oder anders: unglaubwürdig) erscheint, steht auch die Klopftechnik in der Kritik reine Esoterik zu sein, nur zu funktionieren, “weil man dran glaubt” oder auch, weil es unwissentlich als eine Technik zur Unterdrückung der Gefühle (“Wegklopfen”) angesehen wird.


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