Klopftechnik – Was ist das?

Von Ilga Pohlmann

Vielen wird die Klopftechnik schon einmal unter dem Kürzel EFT (Emotional Freedom Techniques) begegnet sein. Sie ist eine Technik, um energetische und emotionale Blockaden im Körper zu lösen. Sie ermöglicht tiefer liegenden Schmerz zu erreichen, sich davon frei zu klopfen und ihn zu heilen. 

Dabei ist die Technik ganz praktisch, denn man braucht nur seinen Zeige- oder Mittelfinger, den man immer dabei hat, seinen aktuellen Gemütszustand und etwas Ruhe. 

Mit der Klopftechnik kann man sowohl akutes Unwohlsein oder akuten Stress für den Moment lindern, als auch in die Tiefe gehen und Probleme ursächlich und grundlegend lösen. Die Klopftechnik ist ein hervorragendes Instrument für tiefe Traumaarbeit, um zum Beispiel Ursachen hinter Suchtverhalten aufzulösen. Ihre Wirkung ist vergleichbar mit der von EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing/Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung).

Generell wissen wir, dass das Klopfen den Körper und das ganze System von dem gestressten in den entspannten Zustand führt. Die Aktivierung des Sympathikus wird herunterreguliert und der Einfluss des Parasympathikus wird erhöht. Dadurch kann der Mensch wieder ins emotionale Gleichgewicht kommen. Diese emotionale Balance ermöglicht eine neue Sicht auf das vorherige Problem, das nach dem Klopfen im Idealfall nicht mehr als solches wahrgenommen wird.

Die Emotional Freedom Techniques (kurz: EFT), Tapping oder auch Klopftechnik genannt, ist eine Methode der Emotionsregulierung, die Akupressur mit Elementen aus der kognitiven und der Expositionstherapie kombiniert. 


Wann ist sie entstanden? – Die Geschichte der Klopftechnik

Ihren Ursprung hat die Klopftherapie bei dem Psychotherapeuten Roger J. Callahan. In den späten 1980er Jahren machte er die Entdeckung, dass durch das Beklopfen von Akupressurpunkten auf dem Meridiansystem nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Energieblockaden gelöst werden können. 

Als er das Klopfen aus einer zufälligen Idee heraus zum ersten Mal bei einer Patientin anwendete, konnte er damit ihre ausgeprägte Angst vor Wasser innerhalb von einer Sitzung plötzlich lösen.

Diesem Heilungserfolg ging er nach und testete das Klopfen auf den Meridianbahnen sehr erfolgreich bei weiteren Patienten aus. Daraus entwickelte er seine Methode TFT (Thought Field Therapy, „Gedanken-Feld-Therapie“), in die er auch andere Methoden wie das kinesiologische Testverfahren einfließen ließ. 

Heute gibt es vielzählige Weiterentwicklungen dieser Methode. Die am weitesten verbreitete Methode ist die Emotional Freedom Technique (EFT), die auf Gary Craig zurückzuführen ist. 

Gary Craig ist ein US-amerikanischer Ingenieur mit einem großen Interesse an psychologischen Themen. Insbesondere beschäftigte ihn damals die Frage, wie man das große Leid von Vietnam-Veteranen mit weiteren Hilfen als ausschließlich die der Psychologie und der Psychiatrie lindern könnte. Auf seiner Suche stieß er auf die von Roger J. Callahan entwickelte TFT. Er ließ sich von Callahan ausbilden, vereinfachte Callahans Methode und entwickelte die Emotional Freedom Technique (EFT). 

Als EFT ging die Methode um die Welt und hat viele Menschen begeistert. Es gibt mittlerweile viele Weiterentwicklungen und sie ist auch unter Tapping, Klopftherapie, Klopfmethode, Klopftechnik oder auch einfach Klopfen bekannt. 

Klopftechnik Klopfmethode

Wobei hilft Klopfen? – Anwendungsbereiche der Klopftechnik 

Die Klopftechnik kann auf alle Arten von Beschwerden angewandt werden: von psychischen Problemen (posttraumatische Belastungsstörung, Phobien, Ängste, Depressionen, Süchte, Traumatisierungen usw.) bis zu körperlichen Beschwerden (Asthma, Fibromyalgie, Schmerzen, Anfallsleiden, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit usw.).

Klopfen bei psychischen und emotionalen Überforderungen 

Die grundlegende Wirkung beim Klopfen ist, dass der Körper vom Stressmodus in die Entspannung und Ruhe wechseln kann. Dadurch beruhigt sich das Nervensystem und Situationen, die vor dem Klopfen als Stressor empfunden wurden, können wieder aus einer entspannten Haltung heraus wahrgenommen werden und verlieren somit an Bedrohung. 

Mit der Klopftechnik ist es daher auch möglich, überfordernde Situationen gar nicht erst traumatisch werden zu lassen. Das Klopfen ermöglicht einen entspannteren Umgang mit den auftretenden Gefühlen und lässt sie da sein, bis die Welle der Aufregung wieder abebbt.

 Man lernt mit dem Klopfen “durch die Gefühle” zu gehen, damit sie den Körper wieder verlassen können. Das Ziel ist, sich ihnen zu stellen, sich ihnen hinzugeben, statt sie zu unterdrücken und damit im schlimmsten Fall ein Trauma, eine Abspaltung eines inneren Anteils von uns zu riskieren. (Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es etwas Übung verlangt, in der Stresssituation aus eigenen Stücken zu klopfen. Aber mit den Zeit kann es zu einem Automatismus werden.)

Wenn ein Trauma bereits entstanden ist, dann kann das Klopfen auch helfen und in dieser Form wird es auch meist angewandt. Mit dem Klopfen ist es möglich, ein Trauma nachträglich zu lösen und es so aus dem Körpersystem zu entlassen. Dabei werden die unterdrückten Gefühle, die sich im System als Blockaden zeigen können, im Nachhinein wieder aktiviert und anschließend “zu Ende gefühlt”, bis sie nicht mehr aktiv sind. 

Da alle emotionalen Belastungen ein Ausdruck von Stress sind oder Nachwirkungen von früheren Traumata sein können, kann das Klopfen bei jedem emotionalen Thema hilfreich sein: 

  • Angst/Ängste wie Höhen- oder Flugangst, Angstzustände und auch Angststörungen, Panik(attacken),
  • Kummer und Sorgen (Existenzangst, Liebeskummer, …)
  • Unsicherheit, geringes Selbstwertgefühl
  • innere Unruhe, Nervosität
  • Depressionen
  • Stress (Bürostress, auf der Arbeit, …)
  • Wut, Ärger
  • Traurigkeit
  • Einsamkeit
  • Belastungen (beim Sex/in der Sexualität, in Beziehungen, in der Familie)
  • Schlafprobleme (Klopfen zum Einschlafen)
  • fehlendes Vertrauen ins Leben oder in andere Menschen, fehlendes Urvertrauen (Schau dazu mal hier beim Einschlaftrauma.)
  • und vieles mehr. 

Du kannst es nutzen, um dir rundherum zu helfen und dich in die Entspannung zu bringen. 

Ich sehe es so: Im Kern tragen wir die Ruhe, Entspannung und Liebe in uns. Das ist unser ursprüngliches Wesen. Durch Erfahrungen in unserem Leben haben wir Verletzungen und Traumata erfahren und uns als Schutz Glaubenssätze angeeignet, die uns bis heute prägen und vielleicht das Gegenteil beinhalten (“Die Welt ist nicht sicher, ich muss immer auf der Hut sein.” “Ich muss erst etwas leisten. Dann kann ich mich entspannen.” “Ich muss mich anpassen, sonst werde ich nicht geliebt”). Wir können diese Verletzungen und Krusten aber erkennen und “wegklopfen”. So kommen wir wieder in Kontakt mit unserem inneren heilen Kern. Hier fühlt es sich sicher und friedlich an. 

Klopfen bei Sucht

Mit der Klopftechnik lassen sich auch Ursachen von Suchterkrankungen (Alkoholismus, Rauchen, Zuckersucht usw.) heilen. Durch die Arbeit mit dem Klopfen an den Gefühlen und Problemen, die hinter der Sucht liegen, verliert das Suchtverhalten die Funktion und verschwindet.

In diesem Bereich habe ich mich als Klopftherapie-Coach spezialisiert. Ich arbeite vor allen Dingen mit Zuckersüchtigen und Emotionalen Essern (Binge Eating, Emotionales Essen, Heißhunger, Essanfälle, etc.). Allerdings liegt in meinen Augen der Unterschied der verschiedenen Süchte nur in der Wahl des Suchtmittels. Zuckersucht und Emotionales Essen sind Süchte, wie jede andere auch. (Lies hier mehr dazu, was Emotionales Essen ist.) Egal ob man Essen, Zucker, Zigaretten oder Alkohol nutzt, es geht darum, mit Hilfe der Suchtmittel einen tiefer liegenden Schmerz zu überdecken.

Im Bereich der Sucht halte ich es für sinnvoll, das Klopfen als Traumatherapie anzuwenden. In meiner Arbeit kombiniere ich dafür die Innere-Kind-Arbeit mit dem Klopfen. 

Wir gehen davon aus, dass das Suchtmittel konsumiert wird, um anstrengende Gefühle nicht zu fühlen. Und an dieser Stelle kommt das Klopfen ins Spiel. 

Indem wir die Gefühle, die eine aktuelle Situation/ein aktueller Trigger in uns auslöst, in der Vergangenheit zurückverfolgen, finden wir den Ursprung, wo sie entstanden sind. Wir landen bei einer jüngeren Version von uns selbst, die in der auslösenden Situation überfordert war und keine Unterstützung hatte, um mit der Überforderung klarzukommen. 

Beim Klopfen können wir das jüngere Ich nachträglich unterstützen und begleiten, sodass der Stress in der Ausgangssituation verarbeitet werden und sich aus dem Körpersystem lösen kann. (Ganz so, wie wenn ein “echtes” Kind die Hilfe von einem Erwachsenen bekommt und sich dann wieder entspannen kann, weil es sich wieder sicher fühlt.)

Dadurch dass der ursprüngliche Stress nun beruhigt ist, verändert sich auch unsere Reaktion im Hier und Jetzt. Jetzt kann der Stress von damals nicht mehr aktiviert werden, sodass wir mit mehr Gelassenheit auf die aktuelle Situation blicken können und sie als erwachsene Person meistern können, statt mit der Gefühlswelt unseres inneren Kindes zu reagieren

Auf diese Art und Weise wird das Suchtmittel überflüssig! Wenn kein Schmerz von früher mehr aktiviert wird, braucht es das Sucht/Schmerzmittel nicht mehr. Dadurch kann sich im Beispiel vom Emotionalen Essen nach und nach ein entspanntes Essverhalten, bessere Gesundheit oder Gewichtsabnahme einstellen. 

Klopfen mit Glaubenssätzen

Die Klopftechnik kann man auch nutzen, um Glaubenssätze zu erkennen und sie zu lösen.  

Klopfen sorgt für Klarheit und hilft dabei, die eigene Wahrheit herauszufinden. Ungesunde und erlernte Glaubenssätze werden mit der Arbeit erkennbar und können schnell aufgelöst werden. Die Teilnehmer in meinem Endlich frei essen!-Programm sind immer wieder erstaunt, wie einfach man durch das Klopfen Glaubenssätze identifizieren und lösen kann. 

Klopfen und Hochsensibilität

Hochsensibilität ist ein Thema, mit dem ich oft zu tun habe. Das Klopfen kann helfen, besser mit der eigenen Hochsensibilität umgehen zu lernen. Oft spielt dabei eine Rolle, innere und äußere Reize besser managen zu lernen und somit gut mit sich und seinem Körper verbunden bleiben zu können. Wenn hochsensible Emotionale Esser einen besseren Umgang mit ihrer Hochsensibilität gelernt haben, nimmt meist ganz automatisch der Essensdrang ab. Denn das Essen muss dann nicht mehr für Kontakt mit dem Körper und für Erdung sorgen. Lies weiter zu Hochsensibilität und Emotionalem Essen.

Klopftechnik zum Abnehmen

Auf diesen Punkt möchte ich auch etwas eingehen, weil das Thema Abnehmen für viele meiner Klienten eine große Rolle spielt und ein erwünschtes Ergebnis darstellt. Emotionale Esser und Zuckersüchtige haben einfach oft mit dem Gewicht zu tun. Und auch hier kann die Klopftechnik helfen. 

In meinen Augen ist es so, dass es viele gute Gründe für das zusätzliche Gewicht gibt. Das können körperliche Ursachen sein (Hormondysbalancen, ungünstige Ernährung, etc.), aber ich sehe häufig, dass auch emotionale Themen eine große Rolle spielen. Manchen fällt es schwer, sich abzugrenzen, und nehmen deshalb nicht ab (Guck dafür mal hier: Klopf-Workshop “Grenzen setzen"). Andere fühlen sich (unbewusst) nur mit ein paar Kilos mehr sicher in ihrem Körper (In meinem Blogpost zum “Jojo-Effekt – Warum Diäten nicht helfen, wenn du emotional isst” bekommst du zu dem Thema mehr Infos.). Es kann auch sein, dass Selbstsabotage darein spielt.

All diese emotionalen Gründe kann man mit dem Klopfen lösen, indem man schaut, was dahinter liegt. Im Endlich frei essen!-Programm gibt es dafür spezielle Klopftechniken. 


Die Klopftechnik ist ein sehr intuitives Werkzeug. Es ist eine sehr tiefe Arbeit, die nicht nur kognitiv abläuft, sondern vor allen Dingen mit den Gefühlen und dem Unterbewussten arbeitet. Meiner Ansicht nach ist sie deshalb so erfolgreich und nachhaltig. Oft reicht es nicht, etwas nur mit dem Kopf zu verstehen. Es ist wichtig, die neue Erkenntnis mit dem ganzen Körper zu erfassen und zu fühlen. Dann ist im ganzen System etwas verändert worden. Das macht das Klopfen möglich.

Außerdem ist die Klopftechnik so wunderbar vielseitig anwendbar. Man kann sie für jedes emotionale Problem nutzen. Ob du für finanziellen Erfolg, für dein Selbstbewusstsein oder dafür, den Ex-Freund zu vergessen, klopfen willst, das ist alles möglich! Ich sehe es so: Es geht immer darum zu gucken, welche Blockade (Trauma) dahinter steckt, dass du das, was du leben willst, noch nicht kannst. 

Klopfen bei körperlichen Schmerzen/Themen

Unsere Psyche und Seele stehen in enger Verbindung mit unserem Körper. Es gibt die Auffassung, dass jedes körperliche Problem der Ausdruck einer emotionalen Blockade ist. So gesehen, und das ist auch meine Erfahrung, ist Klopfen auch bei körperlichen Themen eine hilfreiche Methode. 

Das Klopfen kann bei allen Formen von körperlichen Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen etc. ) angewandt werden. 

Einerseits kann man in Kontakt damit treten, welches emotionale Problem der körperliche Schmerz ausdrückt, und andererseits kann man seine Einstellung zu dem körperlichen Problem ändern, so dass dadurch oft die Intensität des Schmerzes abnehmen und ein besserer Umgang mit einer körperlichen Einschränkung gefunden werden kann. 

Beim Klopfen kann man sich den Ursachen von Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Tinnitus, Allergien, etc. nähern und auch in Kontakt mit Krankheiten wie Diabetes, Krebs usw. kommen. Es ist möglich, dass das System/das Unterbewusstsein Informationen gibt, aus welchen Gründen die Krankheit entstanden ist und wie die Heilung von der Krankheit aussehen kann. 

Klopfen kann auch helfen, das Immunsystem zu stärken, indem man gezielt an diesem Thema arbeitet oder/und die Thymusdrüse klopft. 


Klopfen ist eine intensive innere Arbeit mit uns und an uns selbst. Wir kehren uns konsequent nach innen und arbeiten mit den verschiedenen Anteilen in uns, um für Heilung und für mehr und mehr inneren Frieden zu sorgen.

Klopftechnik Punkte

Wie funktioniert die Klopftechnik?

Bei der Anwendung der Klopftechnik klopfen wir mit den Fingern auf ganz bestimmte Akupressurpunkte an unserem Kopf und auf unserem Oberkörper. Diese Akupressurpunkte liegen auf den Meridianbahnen, wie die Traditionelle Chinesische Medizin sie beschreibt. 

Es gibt viele verschiedene Klopfpunkte, aber mittlerweile reduziert sich das Klopfen oft auf neun oder zehn Punkte auf den Meridianen. 

Der Startpunkt ist an der Handkante. Anschließend werden fünf Punkte im Gesicht geklopft (neben der Augenbraue, unter dem Auge, unter der Nase, unter dem Mund (in der Kinnfalte)), einer am Schlüsselbein/auf der Brust, einer unter dem Arm und einer auf dem Kopf (Scheitelpunkt).

Klopftechnik Klopfpunkte Oberkörper Hand

Während man sich in Gedanken und in den Gefühlen in die Situation begibt, die den Stress auslöst, klopft man die Punkte in der Reihenfolge, die du auf dem Bild siehst. Man beschreibt das stressige Gefühl und die dazugehörigen Körperempfindungen und klopft währenddessen die Punkte. 

Neue Erkenntnisse scheinen nachzuweisen, dass durch das Klopfen Serotonin freigesetzt wird und genau an die Stelle im Gehirn gebracht wird, die durch die Angst oder durch das Gefühl aktiviert wurde. Dadurch trennt man die Geschichte oder die Erinnerung von der Emotion. 

Wenn man eine traumatische Erfahrung gemacht hat, ist es normalerweise so, dass man durch eine Situation getriggert und an diese alte Geschichte erinnert wird. Diese inneren Bilder gehen gleich mit der Amygdala in Verbindung und lösen dort den freeze-, fight-or-flight-Modus, also den Erstarrungs-, Kampf- oder Fluchtmodus, aus. Damit wird die Person in Panik versetzt und oft unfähig mit klarem Verstand zu reagieren.

Wenn man in dieser Panik ist und anfängt zu klopfen, wird offensichtlich die Verbindung zur Amygdala getrennt. Nach dem Klopfen kann man dann die Erinnerung wie einen Film beobachten, ohne dass die Gefühle angeworfen werden, ohne dass man getriggert wird oder in Panik verfällt.

Das ist die einfachste Erklärungsvariante dazu, wie das Klopfen funktioniert. So viel weiß man darüber noch nicht. Es gibt nicht so sehr viele Studien zu dieser Arbeit. 

In meinen Augen ist das auch gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist meines Erachtens, das Klopfen auszuprobieren und dann am eigenen Körper zu spüren, dass es wirklich funktioniert. 

Klopfen – ganz praktisch

Wichtig zu wissen ist, dass du beim Klopfen nichts falsch machen kannst. Du kannst nichts Schlimmes in dich hineinprogrammieren. Wenn du beim Klopfen Sätze aussprichst, die nicht deiner Wahrheit entsprechen, passiert nichts. 

Versuche die Reihenfolge der Punkte, so gut es geht, einzuhalten. Vielleicht prägst du sie dir erstmal ein bisschen ein, bevor du deinen ersten Klopfversuch startest. Aber wenn du mal einen Punkt vergisst oder auch mal mit der Reihenfolge durcheinander kommst, ist das nicht schlimm. Es funktioniert trotzdem. Klopfen ist eine sehr verzeihliche Methode. 

Du kannst mit beiden Händen gleichzeitig klopfen oder die Hände abwechseln. Du kannst auf der linken oder rechten Körperhälfte klopfen oder zwischendurch wechseln. Es reicht, wenn du drei bis fünf Mal ganz sanft auf die Punkte klopft. Du kannst sie auch nur sanft berühren oder leicht drücken (Klopfakupressur).

Extra-Tipp: Fingerpunkte

Es gibt auch unauffällige Klopfpunkte für unterwegs. Sie liegen an unseren Fingerspitzen. Ich nutze diese (Es gibt aber auch noch weitere, die zum Beispiel auf der Handfläche oder unter der Brust  sind.):

Klopftechnik Fingerpunkte

Es kann nützlich sein, sich diese einzuprägen, weil du damit deine Emotionen regulieren kannst und dir etwas Entspannung besorgen kannst, wenn du gerade nicht allein bist. Du kannst auf dem Zahnarztstuhl oder bei einem Meeting auf der Arbeit die Fingerpunkte sanft unter der Tischplatte drücken. 

Ich mache es so, dass ich mit dem Daumen und Zeigefinger die Fingerspitzen der anderen Hand von beiden Seiten leicht drücke. Das vereinfacht das Klopfen an den Fingerspitzen. 

Wie oft und wie lange muss ich klopfen? 

Klopfen, so wie ich es anwende, ist nicht als regelmäßige Übung gedacht. Mir geht es darum, dass eine Klopfsession ein Problem an der Wurzel löst, sodass es im Bestfall danach nie wieder auftritt. 

Beispiel:

Wenn du Höhenangst hast, geht es nicht darum, dass du in der Höhe immer klopfen musst, sondern dass du einmal diese Angst löst und sie danach weg ist.

Du kannst Klopfen für alle Probleme in deinem Leben anwenden. Die Häufigkeit, mit der du klopfst, hängt also davon ab, wie oft du getriggert und emotional herausgefordert bist, und auch einfach, wie oft du dich einem Problem widmen möchtest.

Wie lange eine Klopfsitzung dauert, ist ganz individuell. Manchmal dauert sie 10 Minuten, manchmal ist das Thema komplexer und so auch die Dauer der Sitzung länger. 

Was ist das Ergebnis des Klopfens?

Die gewünschte Wirkung des Klopfens ist, dass ein Problem/Trauma für immer gelöst ist und nicht wieder aktiviert wird. 

Ganz konkret während einer Klopfsitzung merkt man, dass eine stressige Situation gelöst ist, wenn Entspannung eintritt. Meist fühlt es sich im inneren Kind dann hell und entspannt an. Es gibt nichts mehr zu tun, alle Anspannung und alles Dunkle ist vom inneren Kind abgefallen, es fühlt sich geborgen, in Sicherheit und kann einfach nur sein. 

Diesen Entspannungszustand des inneren Kindes integrieren wir dann in uns als heutige Erwachsene/r. Mit diesen geheilten Anteilen betrachten wir dann nochmal die Ausgangssituation und wenn alle Aspekte des Schmerzes geheilt sind, dann ist die Situation im Hier und Jetzt nicht mehr stressauslösend. Wir können sie als Erwachsene betrachten, es wird kein früherer Schmerz mehr ausgelöst.

In einem konkreten Beispiel kann man sich das so vorstellen: 

Beispielsituation:

Du streitest dich immer wieder mit deinem Partner. Immer wieder hängt ihr in denselben Streitmustern fest. Anstatt, dass du deinem Partner Vorwürfe und Schuldzuweisungen machst, setzt du dich hin, klopfst und verfolgst das Gefühl in der Vergangenheit zurück. Wenn die Situation, in dem der Schmerz entstanden ist, gelöst ist, dann reagierst du in Zukunft anders auf denselben Trigger. Vielleicht bemerkst du gar nicht mehr, dass dein Partner etwas Bestimmtes gesagt oder getan hat, das dich vorher sehr gereizt hat. Du bleibst einfach im Frieden und kannst aus diesem Frieden heraus handeln, weil du das Verhalten deines Partners nicht mehr persönlich nimmst.

Ein weiteres Beispiel zum Emotionalen Essen:

Ein typisches Szenario bei Emotionalen Essern ist, abends auf der Couch zu essen. Wenn du mit dem Klopfen den Grund/die Gründe für das abendliche Essen auf dem Sofa löst, dann wird der abendliche Essensdrang wegfallen und du brauchst nichts mehr essen. Dir kommt vielleicht gar nicht mehr die Idee, dass du noch etwas essen könntest. Einfach, weil du keinen Hunger hast und es kein emotionales Problem mehr gibt, das gestillt werden möchte.

Ein anderes Ergebnis des Klopfens ist, dass das Problem vergessen wird. Im Einzelcoaching erlebe ich immer wieder, dass meine Klienten das Problem, mit dem sie in die Sitzung gekommen sind, am Ende vergessen haben. Obwohl sie zu Beginn der Sitzung so eine große Not gespürt haben, ist das Problem nachher gelöscht. Sie können sich dann nicht mehr an den vorherigen Stress erinnern. 

Konkrete Auswirkungen im Leben von Emotionalen Essern sind dann zum Beispiel, dass der Essensdrang stark abnimmt oder dass sie sich plötzlich an eine Ernährungsform halten können, woran sie vorher immer wieder gescheitert sind. Das ist oft das Ergebnis einer erfolgreichen Sitzung zum Thema Selbstsabotage. 

Klopftechnik Stress

Körperliche und emotionale Reaktionen auf das Klopfen

Wenn, dann gibt es beim Klopfen nur geringe Nebenwirkungen. Es kann sein, dass dein Körper reagiert. Vielleicht musst du gähnen oder wirst müde. Oder vielleicht musst du aufstoßen. Es kommt auch vor, dass man sich körperlich sehr erschöpft und etwas durcheinander, aber sehr erleichtert fühlt. Ganz selten kommt es auch mal zu etwas Übelkeit, besonders, wenn es vorher um unterdrückte Wut ging. Das sind ganz natürliche Reaktionen des Körpers und zeigt, dass sich etwas tut. Meist ist nach 15 Minuten Schlaf wieder alles in Ordnung.

Beim Klopfen kommen oft Gefühle hoch. Vielleicht wirst du plötzlich traurig, spürst Wut oder ein anderes Gefühl. Und genau darum geht es! Das Klopfen bringt uns wieder in Verbindung mit aufgestauten Emotionen, damit wir sie fühlen können und sie wieder in den Fluss kommen. Also, mach dir keine Sorgen, sondern fühle die Gefühle und sprich aus, was dich bewegt. Klopfe dabei die ganze Zeit durch die Punkte. Mach dies so lange, bis du Erleichterung fühlst. 

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Studienlage zur Klopftechnik ist noch nicht so breit, aber in den letzten Jahren ist die Emotional Freedom Techniques vermehrt Gegenstand von Studien und Analysen in der Wissenschaft geworden, die die Wirkung des Klopfens wissenschaftlich belegen. Zur Wirksamkeit und Anwendung von EFT/der Klopftechnik kannst du hier mehr lesen. 

Erfahrungen mit der Klopftechnik

Hier kannst du ein paar Erfahrungsberichte meiner Klienten aus dem Einzelcoaching oder aus dem Endlich frei essen!-Programm ansehen oder lesen. 

Wir sprechen besonders über das Emotionale Essen und auch über Zuckersucht, weil das die Gründe sind, aus denen die Menschen zu mir kommen. Aber du wirst sehen, dass das Klopfen weitaus mehr Wirkung im Leben zeigt. Das Emotionale Essen oder die Zuckersucht ist sowieso immer nur ein Symptom. In Wahrheit geht es um ein Thema, das darunter liegt. Aber sieh besser selbst!

Momi von Fintel berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Klopfen, mit der Inneren-Kind-Arbeit und dass er sich zu Beginn gesorgt hat, dass er mit dem Klopfen etwas Schlechtes in sich hineinklopfen könnte. (Aber keine Sorge! Das geht nicht! Wir sprechen dazu ausführlicher im Video.) Momi beschreibt das Klopfen als "Gamechanger".

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Corinna erzählt von ihrer anfänglichen Skepsis gegenüber dem Klopfen, bis sie am eigenen Körper gespürt hat, dass es funktioniert und ganz viel mit ihr macht. Sie beschreibt, wie tief das Klopfen geht und Probleme und schwere Erlebnisse löst. So erlebe ich es auch!

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“Das Klopfen, die Teilnahme am Programm und die Zusammenarbeit mit Ilga haben mich auf meine Reise zu mir selbst geführt. Allein dieser Aspekt macht mich schon sehr glücklich. Ich schaffe es, Situationen aus der Vergangenheit zu heilen und es bringt eine wunderschöne Verwandlung meiner Beziehungen im Hier und Jetzt und eine Änderung meines Essverhaltens. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Ilga “gefunden” haben und die Klopf-Technik erlernen konnte!”

Klientin im Einzelcoaching und Teilnehmerin im Endlich frei essen!-Programm

Hier findest du noch mehr Erfahrungen mit dem Klopfen meiner Kursteilnehmer und Klienten.


-> Klopfen bei Kindern, Babys und Jugendlichen

Natürlich kann man auch bei Kindern klopfen. Die Wirkung ist bei ihnen oft noch direkter und schneller. Wenn Kinder sich gerade in einer belastenden Situation befinden, hilft das Klopfen ihnen, die Gefühle einfacher zu verarbeiten und schneller gehen zu lassen. Auf diese Art und Weise erfahren sie direkt in der belastenden Situation emotionale Begleitung und es entsteht gar nicht erst ein Trauma. 

Die Kinder bekommen mit dem Klopfen ein wirksames Werkzeug an die Hand, mit dem sie sich selbst helfen können und ihre Gefühle regulieren können. Sie können es dann in stressigen Situationen direkt einsetzen, z.B. bei Aufregung vor Klassenarbeiten, und brauchen nicht auf andere Hilfsmittel wie z.B. Emotionales Essen zurückgreifen. (Lies hier mehr zu Emotionalem Essen und Kindern.)


Hast du Lust, die Klopftechnik zu lernen?

1. Ausbildung

Unser Plan ist, dass wir auf Dauer eine Ausbildung zur Heilung von Traumata mit der Klopftechnik anbieten. Die Ausbildung ist noch in Vorbereitung und wird online stattfinden. Wenn du Interesse hast, kannst du dich hier auf die Warteliste setzen.

2. Online-Kurs

Klopftechnik Kurs

Du kannst die Klopftherapie auch in meinem Endlich frei essen!-Programm lernen.

In diesem Kurs geht es darum, Suchtverhalten und insbesondere Emotionales Essen zu beenden. Wenn du nicht direkt vom Emotionalen Essen betroffen bist, kannst du dennoch teilnehmen und profitieren. Die Techniken aus dem Programm lassen sich auf jedes Problem im Leben anwenden. Du lernst im Programm also die Klopftechnik, die du anschließend ein Leben lang anwenden kannst.

Welche verschiedenen Klopfmethoden gibt es?

Ich habe die Methode bei Brittany Watkins und Gary Craig gelernt. Cary Graig ist der Begründer von EFT und Brittany Watkins hat Klopftechniken speziell für Gewichtsverlust entwickelt. 

Ich arbeite mit der Klopftechnik hauptsächlich in der Verbindung mit der Inneren-Kind-Arbeit und habe einen Schwerpunkt auf Sucht und Emotionales Essen. 

Es gibt noch viele andere Weiterentwicklungen der Klopftherapie wie z.B. die Klopftechniken MET und PEP aus der Energetischen Psychologie, KAP, EMT und nach anderen Personen wie Franke, Bohne, Gallo, Church, Preetz, Graves, Bruns, Becker und Marx.

Klopfen in Kombination mit anderen Methoden

Klopfen kann man gut mit anderen Methoden kombinieren. Meditation, Selbstbegegnung/Anliegenaufstellung oder Hypnose eignen sich gut dafür. Ich selbst integriere auch immer wieder einzelne Elemente, die ich in der Aufstellungsarbeit gelernt habe, oder beispielsweise die vier Fragen von Byron Katie. 

Mein Motto ist diesbezüglich: Alles, was hilft, ist hilfreich.

Damit du dich nicht wunderst: Beim Qigong, Shiatsu, in der Kinesiologie und in der Medizin gibt es ebenfalls Klopftechniken. Das sind aber andere, wie zum Beispiel das Abklopfen des gesamten Körpers im Qigong. 

In der Medizin gibt es zum Beispiel eine Klopftechnik, die einen Reiz auf die Blase ausüben soll, damit die Entleerung der Blase leichter fällt. Klopftechniken/massagen können auch helfen, festsitzenden Schleim bei Husten, Bronchitis  oder COPD zu lockern und zu lösen, damit das Abhusten leichter fällt. Bei Sinusitis findet das Klopfen scheinbar auch Anwendung. 

In der Körperpflege wird auch geklopft und massiert: gegen Tränensäcke, Augenringe oder Falten 🙂

Du siehst schon, da sprechen wir von einer anderen Art von Klopftechnik als der, die wir hier im Artikel betrachtet haben. 

Kritik an der Klopftechnik

Wie alles, das neu ist und zu schön und wahr zu sein (oder anders: unglaubwürdig) erscheint, steht auch die Klopftechnik in der Kritik reine Esoterik zu sein, nur zu funktionieren, “weil man dran glaubt” oder auch, weil es unwissentlich als eine Technik zur Unterdrückung der Gefühle (“Wegklopfen”) angesehen wird.

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