Ich klopfe seit Jahren, für mich selbst und mit den Menschen, die ich begleite. Dass ich von der Methode überzeugt bin, liegt vor allem an dem, was ich dabei erlebe. Aber du sollst nicht nur meine Begeisterung bekommen, sondern auch wissen, was die Forschung tatsächlich hergibt. Und wo sie noch Lücken hat.
Deshalb findest du hier eine Einordnung der Studien, die für meine Arbeit am wichtigsten sind: zu Heißhunger und Essensgelüsten und zu Stress. Ich behandle keine Krankheiten, und diese Seite ist auch kein Versprechen, dass das Klopfen bei dir genauso wirkt wie bei den Menschen in diesen Studien.
Was ist EFT bzw. die Klopftechnik eigentlich?
EFT steht für Emotional Freedom Techniques. Die Methode wurde in den 1990er Jahren von Gary Craig entwickelt. Dabei klopft man mit den Fingerspitzen auf bestimmte Punkte im Gesicht und am Oberkörper, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Akupressurpunkte gelten, während man an ein belastendes Gefühl oder eine Situation denkt. Mehr dazu, wie das praktisch aussieht, findest du auf meiner Seite zur Klopftechnik.
In der Forschung wird vor allem eine standardisierte Form untersucht, die „Clinical EFT“. Sie verbindet das Klopfen mit Elementen, die man aus der Psychologie kennt, zum Beispiel dem bewussten Hinschauen auf ein belastendes Gefühl und dem Satz, mit dem man sich selbst trotzdem annimmt.
Heißhunger und Essensgelüste – die Studien, die meiner Arbeit am nächsten sind
Die meisten Studien zum Klopfen bei Essensgelüsten stammen aus dem Team um Peta Stapleton von der Bond University in Australien.
Klopfen im Vergleich zu einer Warteliste (2011). 96 Erwachsene mit Übergewicht und starken Essensgelüsten wurden per Los entweder einem vierwöchigen Klopfprogramm oder einer Warteliste zugeteilt. In der Klopfgruppe nahmen die Essensgelüste, das Gefühl, dass Essen Macht über einen hat, und die Fähigkeit, sich zurückzuhalten, deutlicher ab als in der Wartegruppe. Die Verbesserungen bei den Gelüsten waren auch nach sechs Monaten noch messbar.
Klopfen im Vergleich zur Verhaltenstherapie (2016). In einer weiteren Studie bekamen 83 Erwachsene mit Übergewicht acht Wochen lang entweder ein Klopfprogramm oder kognitive Verhaltenstherapie, also die etablierte psychologische Methode. Beide Gruppen erlebten ähnlich deutliche Rückgänge bei Essensgelüsten und beim Gefühl, vom Essen gesteuert zu werden. Am Gewicht änderte sich in dieser Studie allerdings nichts Messbares. In einer Folgeauswertung berichtet das Forschungsteam, dass die Effekte des Klopfens über zwölf Monate stabiler blieben als die der Verhaltenstherapie.
Für mich ist das die spannendste Erkenntnis: Das Klopfen hat in diesen Studien ähnlich gut abgeschnitten wie eine etablierte Methode, und es ist etwas, das man nach einer Anleitung auch selbst zu Hause machen kann.
Ob sich weniger Heißhunger auch auf das Gewicht auswirkt, ist in den Studien uneinheitlich. Darum geht es mir in meiner Arbeit aber auch gar nicht in erster Linie.
Klopfen bei Stress
Pflegekräfte in der Corona-Zeit (2021). In einer türkischen Studie wurden Pflegekräfte, die COVID-Patienten versorgten, per Los in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe nahm an einer einzigen Online-Klopfsitzung in der Gruppe teil, die andere bekam keine Behandlung. In der Klopfgruppe waren die Stress-, Angst- und Burnout-Werte danach deutlich niedriger als vorher.
Körperliche Stressmarker (2019). In einer Studie mit 203 Teilnehmenden eines viertägigen Klopf-Workshops wurden vorher und nachher Fragebögen zu Wohlbefinden und Heißhunger ausgewertet. Bei 31 von ihnen wurden zusätzlich körperliche Werte gemessen, zum Beispiel das Stresshormon Cortisol, der Ruhepuls und der Blutdruck. Die Werte veränderten sich deutlich in Richtung Entspannung. Einschränkend muss man sagen: Eine Vergleichsgruppe ohne Klopfen wird in der Studie nicht beschrieben, und ein Workshop über vier Tage bringt auch ganz ohne Klopfen Ruhe, Gemeinschaft und Abstand vom Alltag mit sich.
Und was ist mit Krankheiten?
Es gibt auch Forschung zum Klopfen bei psychischen und körperlichen Erkrankungen. Darauf gehe ich hier bewusst nicht ein. Ich bin Coach für Emotionales Essen, keine Therapeutin, und ich behandle keine Krankheiten. Wenn du mit einer Erkrankung lebst, ist eine Ärztin, ein Arzt oder eine Psychotherapeutin die richtige Ansprechperson.
Wo die Forschung an ihre Grenzen stößt
So ermutigend die Ergebnisse sind, ehrlicherweise gehört auch das dazu:
Viele Studien sind klein, oft mit weniger als hundert Teilnehmenden. Ein großer Teil der Forschung kommt aus einem relativ kleinen Kreis von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die der Methode selbst nahestehen. Unabhängige Studien gibt es noch vergleichsweise wenige.
Außerdem ist das Klopfen schwer „blind“ zu untersuchen. Man merkt ja, ob man klopft oder nicht. Deshalb ist bis heute umstritten, ob die Wirkung wirklich vom Klopfen auf die Punkte kommt oder eher von dem, was dabei sonst passiert: dem Hinschauen, dem Benennen der Gefühle und dem freundlichen Satz an sich selbst. Kritiker vermuten Letzteres. Auch neuere Übersichtsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse vielversprechend sind, die methodischen Schwächen aber noch keine sicheren Aussagen zulassen.
Ich finde, das darf man ruhig so stehen lassen. Mir persönlich ist die Frage, ob es die Punkte sind oder das liebevolle Hinschauen, gar nicht so wichtig. Wichtiger ist mir, ob es dir guttut. Und das kannst nur du selbst herausfinden.
Probier es selbst aus
Wenn du neugierig geworden bist, kannst du das Klopfen ganz unverbindlich ausprobieren, zum Beispiel mit meinem kostenlosen 8-Minuten-Video zum Heißhunger. Dann weißt du schnell, ob dich das anspricht. Mehr über die Methode und wie ich damit arbeite, findest du auf meiner Seite zur Klopftechnik.
Quellen
- Stapleton, P., Sheldon, T., Porter, B. & Whitty, J. (2011). A randomised clinical trial of a meridian-based intervention for food cravings with six-month follow-up. Behaviour Change, 28(1), 1–16.
- Stapleton, P., Bannatyne, A. J., Urzi, K. C., Porter, B. & Sheldon, T. (2016). Food for Thought: A Randomised Controlled Trial of Emotional Freedom Techniques and Cognitive Behavioural Therapy in the Treatment of Food Cravings. Applied Psychology: Health and Well-Being, 8(2), 232–257. https://doi.org/10.1111/aphw.12070
- Stapleton, P., Bannatyne, A., Chatwin, H., Urzi, K. C., Porter, B. & Sheldon, T. (2017). Secondary psychological outcomes in a controlled trial of Emotional Freedom Techniques and cognitive behaviour therapy in the treatment of food cravings. Complementary Therapies in Clinical Practice, 28, 136–145. https://doi.org/10.1016/j.ctcp.2017.06.004
- Dincer, B. & Inangil, D. (2021). The effect of Emotional Freedom Techniques on nurses' stress, anxiety, and burnout levels during the COVID-19 pandemic: A randomized controlled trial. Explore, 17(2), 109–114. https://doi.org/10.1016/j.explore.2020.11.012
- Bach, D., Groesbeck, G., Stapleton, P., Sims, R., Blickheuser, K. & Church, D. (2019). Clinical EFT (Emotional Freedom Techniques) Improves Multiple Physiological Markers of Health. Journal of Evidence-Based Integrative Medicine, 24. https://doi.org/10.1177/2515690X18823691
- The Effectiveness of Emotional Freedom Techniques for Depressive Symptoms: A Meta-Analysis (2024). Journal of Clinical Medicine, 13(21), 6481. https://doi.org/10.3390/jcm13216481
- Emotional Freedom Techniques for Anxiety Disorders: A Systematic Review (2025). Healthcare, 13(17), 2180. https://www.mdpi.com/2227-9032/13/17/2180
Individuelle Ergebnisse können variieren.
Beitragsfoto von Unseen Studio auf Unsplash
